27.10.15

MIKROFONIERUNG VON VIOLINEN

How to mic a violin

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Mikrofonierung von Violinen mit DPA-Mikrofonen.
Bitte berücksichtige, dass guter Klang immer eine Frage des subjektiven Empfindens ist. Entsprechend sind die Mikrofonierungsmethoden in diesem Artikel lediglich als Anregungen und Vorschläge zu verstehen. Probiere diese Methoden aus, aber verlasse dich hauptsächlich auf Dein eigenes Gehör, wenn Du eine Lösung für Deine spezifische Aufgabe auswählst.

Häufig wird die Meinung vertreten, bei einer Direktabnahme von Instrumenten könne deren natürlicher Klang nicht originalgetreu wiedergegeben werden. Den Klang der meisten Instrumente hört man idealerweise aus einiger Entfernung, weil sich erst in diesem Abstand seine verschiedenen Elemente auf natürliche Weise zu einem harmonischen Ganzen verbinden. Häufig ist jedoch die Montage eines Mikrofons direkt am Instrument oder in dessen Nähe die praktischste Lösung.
 
Den idealen Punkt dafür am Instrument selbst oder an Ihrem eigenen bevorzugten Standort zu finden, kann eine echte Herausforderung sein. Noch schwieriger ist es manchmal, dafür zu sorgen, dass das Mikrofon an seinem Platz bleibt, insbesondere wenn das Instrument bewegt wird. Aus diesem Grund erfordert die direkte Mikrofonabnahme eine gut funktionierende Lösung zur Mikrofonanbringung.
How-to-mic-a-violin-with-DPA-Microphones-L-1.jpg

Das Instrument

Die Violine ist ein Instrument im oberen Tonbereich und das kleinste seiner Instrumentenfamilie. Ihr Abstrahlmuster ist sehr komplex und erfordert einiges Experimentieren mit der Mikrofonpositionierung, um den gewünschten Klang zu erhalten. Die Obertöne und feinen Details des Violinenklangs erfordern ein Mikrofon, das hohe Frequenzen verarbeiten kann und darüber hinaus sehr präzise ist.

 

Mikrofonpositionierung

Die Stelle unter dem Steg zwischen Saiten und Decke ist eine gute Position zur Anbringung des Mikrofons. Hier erfasst man viele Elemente des Violinenklangs, die man abbilden will – den Klang des Resonanzkörpers ebenso wie den charakteristischen „Biss“ beim Zupfen oder Ziehen von Saiten. Diese Positionierung kann einen als zu rau empfundenen Klang ergeben, bietet aber oft eine ideale Kombination aus natürlichem Streicherklang und hoher Audio-Separation auf der Bühne.
Wenn Du mehr Lautstärke wünschst, ist eine Mikrofonpositionierung am oder in Richtung F-Loch ideal, allerdings kann der Sound dadurch „boxy“ werden, das heißt wie in einem kleinen Raum wirken. Weitere Informationen findest Du im Abschnitt Montage des Mikrofons weiter unten.

 

Mikrofontypen

Mikrofone mit Kugelcharakteristik (Druckgradientenmikrofone) haben den großen Vorteil, dass sie Schall gleichmäßig aus allen Richtungen aufnehmen. Bei manchen dieser Mikrofone ist allerdings bei den höchsten Frequenzen eine geringfügige Richtwirkung vorhanden. Mikrofone dieses Typs sind geeignet, wenn Du den vollen Klang eines Instruments übertragen möchtest. Sie können mit einem Schwanenhals nah am Instrument justiert werden.

Mikrofone mit Kugelcharakteristik wie das 4006ES oder das 4061 Miniaturmikrofon mit Kugelcharakteristik ermöglichen die Positionierung an einem beliebigen Punkt in kurzer Distanz zum Instrument. Mit einem Schwanenhals kannst Du das Mikrofon bei Bedarf sehr nah an das Instrument heranbringen. Mikrofone mit Kugelcharakteristik sorgen dafür, dass keine Probleme mit tiefen Frequenzen entstehen, wie dies bei direktionalen Mikrofonen durch den Nahbesprechungseffekt der Fall ist. Der Nahbesprechungseffekt ist eine Überbetonung der tiefen Frequenzen, die auftritt, wenn sich direktionale Mikrofone nah an der Schallquelle befinden.
 
Solche direktionalen Mikrofone wie das 4099 Instrumentenmikrofon oder das 4011ES Nierenmikrofon bieten einen wichtigen Vorteil: Sie ermöglichen eine Fokussierung auf den Klang des gewünschten Instruments und isolieren diesen gut von in der Umgebung befindlichen Schallquellen wie etwa anderen Instrumenten auf der Bühne oder PA-Systemen. Auf der anderen Seite leiden sie unter dem Nahbesprechungseffekt und erfordern daher eine präzisere Anpassung der Mikrofonposition. Eine Positionierung des Mikrofons nahe am Instrument erhöht die Empfindlichkeit gegenüber tiefen Frequenzen, was durchaus erwünscht sein kann.

Beachten, dass die Resonanzdecke auch bei einem relativ kleinen Instrument wie der Violine als reflektierende Oberfläche wirkt. Der Schall anderer Quellen (Instrumente, PA) kann von der Resonanzdecke reflektiert werden und von vorne auf das Mikrofon treffen, auch wenn dieses von der Quelle abgewandt ist.
How-to-mic-a-violin-with-DPA-Microphones-L-3.jpg

Montage des Mikrofons

Alle oben genannten Mikrofone können auf einem Mikrofonständer montiert oder mit der geeigneten Mikrofonhalterung direkt an der Violine angebracht werden.
 
Eine hervorragende Halterung für die direkte Mikrofonabnahme ist die VC4099 für Violine. Sie ist besonders robust und bleibt in praktisch jeder Position zuverlässig an ihrem Platz. Die Halterung wird seitlich an der Zarge der Violine angebracht und lässt sich flexibel an verschiedene Violinenbreiten anpassen. Die Halterung funktioniert in Verbindung mit verschiedenen Schwanenhälsen. So kannst Du Dein Mikrofon nicht nur nach Ihrer persönlichen Präferenz, sondern auch in Abstimmung mit der jeweiligen Anwendung und dem Umgebungsschall positionieren. Die Schwanenhälse sind extrem flexibel und können leicht gebogen werden, um die Mikrofonposition nach Bedarf einzustellen.
 
Tipp: Positioniere das Mikrofon näher am oder in Richtung F-Loch, wenn Du eine höhere Lautstärke der Violine wünschst. Hierzu kannst Du den Schwanenhals horizontal zum F-Loch biegen.

Die VC4099 Halterung für Violine kann mit der stoßfesten Schwanenhalshalterung GSM4000, der GM1600 Schwanenhalshalterung und dem 4099 Instrumentenmikrofon verwendet werden.

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